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Wir sind Immigranten ~ UP-DATE XING Kontaktanfragen

Dienstag, 14.12.2010

Am Vortag unserer letzten XING-Trainerkonferenz war es soweit. Die Standardkontaktanfrage über die ich mich nun zu Genüge ausgelassen habe (Link) wurde deaktiviert. Statt dessen trudeln jetzt immer mehr ganz Leere Kontaktanfragen ein. Oliver Gassner XING-Trainerkollege in Baden-Württemberg, nahm das Kontaktgebahren zum Anlass -welches meiner Meinung nach wenig mit XING an sich zu tun hat, sondern mehr mit der zunehmenden Facebookisierung des virtuellen Netzwerkens- plastisch unter dem Sub-Titel “Warten auf Godot” vor unsere Augen geführt.

Seit Monaten beschäftigt mich das Finden von Fairständnis für diese neue Inhaltsleere im Networking

Einen Tick anders als Oliver verwende ich (auch um im Vergleich von Facebook & XING die generellen Vorgehensweisen der Kommunikation abzugrenzen) immer wieder das Bild von XING Director Community Stefan Kunze, dass man die Menschen auf Facebook überwiegend in der “Badehose” antrifft. Nun stellen Sie sich eine Urlaubs-, Golfplatz-, Beisl-, Theater- oder Partysituation vor. Sie sitzen privat irgendwo, fühlen sich einfach wohl. Denken, Reden, Diskutieren über alles. Nur eines sind Sie nicht. Nicht in Stimmung zum Einkauf eines Produktes, Dienstleistung oder Ähnlichem. Und dann käme ich daher, würde Ihnen meine Visitenkarte hinhalten, um direkt und gerade heraus Ihre (nebst Telefon- und Handynummer, E-Mail-Adresse und am besten noch gleich den Geburtstag dazu) Visitenkarte haben wollen.

Im realen Leben würden die, die nicht individualisierte Kontaktanfragen versenden, das niemals tun

Ich schaue mir die Profile sowohl auf Facebook, als auch auf XING alle an. Das sind meistens ganz normale Menschen wie Du und ich. Nur wenige sind so wesentlich älter oder jünger als wir selber. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir mehr oder weniger eine der Zeit angepasste gute Erziehung genossen haben, ist sehr sehr hoch.

Altersstruktur betreuter KundInnen deren MitarbeiterInnen und SemainrteilnehmerInnen

Die zwischen 1940 – 1970 geborene Generation hat/konnte Social Media Kommunikation noch nicht lernen

Wie auch. Das “Mitmach-Internet”, das spätestens seit Barack Hussein Obama’s Wahl viele Schlagzeilen dominierte; das 2009 eine zuvor undenkbare von österreichischem Boden ausgehende ‘Mini’-Revolution an Europas Universitäten entzündete; da 2010 Social Media Trainings, Social Media Meetings, Social Media Seminare und Social Media Konferenzen, wie Pilze aus dem Boden sprießen ließ, ist erst sehr wenige Jahre alt. Nur die im Fachjargon sog. Early-Adopters hatten bereits Ihre Chance zu lernen, dass Social Media Kommunikation ‘nur’ eine technisch kommunikative Verlängerung und Erweiterung, unserer im realen Leben üblichen Wirkungsweite und -weise darstellt.

Facebook’s und XING’s Vorgänger wurden erst im Jahre 2003 ins Leben gerufen.

In Abgrenzung zu den Digital-Natives, als die Wikipedia Personen bezeichnet, die zu einer Zeit aufgewachsen sind, in der bereits digitale Technologien wie Computer, das Internet, Handys und MP3s verfügbar waren, existiert der Begriff des Digital Immigrant, für Menschen, die diese Dinge erst im Erwachsenenalter kennengelernt haben. Als 1965 Jahrgang befinde ich mich so auch schon über der Schwelle, weil ich erst mit ca. 26 einen ersten PC mit 120 MB Speicher mein Eigen nennen konnte.

Klassischen Immigranten begegnen wir in jedem mitteleuropäischen Alltag

Emotional viel diskutiert & derweil auch politisch-juristisch stark reglementiert, ist die sprachliche und verhaltensmäßige Integration derer, die zu uns einwandern. Da ist es keine Frage, dass Aneignung von Sprache, Kenntnisse kultureller Eigenschaften und erlernen interkultureller Kommunikation vorausgesetzt wird. Warum nur haben wir (insbesondere ich inderkultureller Social Media Trainer) in Sozialen Medien nicht das gleiche Fairständnis dafür, dass alles seine Zeit braucht und Neues gelernt werden will?

Die Erkenntnis macht mich froh. Fairständnis für leere Kontaktanfragen braucht ein Immigranten Bild.

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8 Responses to “Wir sind Immigranten ~ UP-DATE XING Kontaktanfragen”

  1. Joachim Rumohr

    Hallo MiSha,

    ich kann Deine Aussage in Bezug auf die Kontaktanfragen nicht teilen. Ich bekomme jetzt wieder wesentlich qualifiziertere Anfragen und keine leeren, von denen ich nicht weiß, warum sie versendet wurden.

    LIebe Grüsse

    Joachim

  2. oliver gassner

    Also ich habe nicht gezaehlt, schaetze aber 60% leere Anfragen.
    Ich kann ja mal auswerten.

  3. Oliver

    Hab da nochmal drüber nachgedacht.

    An sich müsste es ja umgekehrt sein:
    D.h. die ‘klassisch erzogenen’ müssten sich vorstellen, hallo sagen etc.

    Ich glaube eher es ist der Reflex des Menschen, bei Unischerheit lieber gar nichts zu tun (nnenen wir es das Häschen-in-der-Grube-Syndrom).

    Frage wäre ja jetzt: was tun?
    (Heute beim Schneeschippen überlegte ich, ob man nicht ein Formular zum aufüllen berei stellen sollte.

    Einfachste Form:
    Getroffen?
    JA: Wo/Wann? Geredet worüber?
    NEIN: Wann holen wir das wo nach?

    Was können sie für mich tun?
    Was kann ich für Sie tun?

  4. Thomas Schwarzer, Heilbronn

    Ich wünsche mir, dass die zunehmend zeitfressende Vervielfältigung der Netzwerke zu einem Netzwerk für die Menschen findet.
    Wer will schon ständig in >3 Netzwerken aktiv sein, wenn es eines tun würde?

  5. Rita Schmitt

    ich finde die Idee von dem Frage Formular sehr gut.
    Habe auch schon einige Anfragende die Frage gestellt, was ich für sie tun kann, dann haben sie sich nicht mehr gemeldet. Ist doch gut oder? Da weiß man doch was Sache ist….

  6. Oliver Gassner

    Hallo,

    ich muss zugeben, dass ich diese Rückfrage nicht in Formularform gestellt habe.

    Ich würde das auch etwas arg rupping empfingen.meine Rückmeldemessages ‘erweiche’ ich auch immer weiter, da sie beim einen und andren dennoch in den falschen Hals gerät und als unfreundlich empfunden wird. Da muss man die Ursache eher bei sich selbst suchen.

    Die Doppelfrage ist wichtig, nicht jeder will ‘kaufen’ manche wollen ja auch etwas anbieten, das eventuell von eigenem Vorteil ist.

  7. Mike

    Ich denke, dass sich das Problem mit dem “Netzwerken” nicht nur auf leere Kontaktfragen bezieht, sondern überhaupt auf das Mißverständnis vieler Menschen, was den Begriff des “Networking” betrifft.

    Wenn man unter Networking nur versteht, zu einer “Netzwerk-Veranstaltung” zu gehen um viele Visitenkarten abzustauben und am besten gleich vor Ort ein Geschäft abzuschließen, dann hat man etwas nicht ganz richtig verstanden.

    Und Menschen, die das so verstehen, versuchen dann im nächsten Schritt, digitale Visitenkarten einzusammeln (in Form von Xing, facebook usw. Kontakten) um diese dann regelmäßig mit ihren Angeboten zu beglücken.

    Wer das alles so sieht, hat wahrlich die Sprache der sozialen Medien und auch deren Sinn nicht verstanden und muß als Immigrant noch viel lernen, um in dieser Gesellschaft akzeptiert zu werden. ;-)

  8. #Blitzlicht am Montag: Einen LinkedIn Kontakt hinzufügen heißt ihn zu kennen!

    [...] Wir sind Immigranten in eine Neue Welt und müssen ein Sprache lernen Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, oder Ihrer Meinung nach einen Mehrwert für Ihr Netzwerk darstellt (zum Beispiel den wahrscheinlich 95% LinkedInkontaktanfragern, die Sie nicht kennen), dann teilen Sie ihn mit. Ich bin mir aus Erfahrung sicher. Der größte Teil wird es Ihnen Danken. Manche allerdings fühlen sich auch bei etwas ertappt und reagieren mit anders als erhofft. Dann war es eh nicht der Richtige [...]

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