“Hat ein Soziales Netzwerk eine eigene DNA?” Teil 1
Facebook (die Website, die wir sehen) verstehe ich als Eisbergspitze
Als Nichttechniker konnte ich mit dem Bild, das Dr. Andreas Bersch (futurebiz) von der Facebookwebseite zeichnete, schon vor 2 Jahren sehr viel anfangen. Auch dass Facebooks Art der Datensammlung einen Paradigmenwechsel von Google’s Aufzeichnung/Auswertung des Suchverhaltens hin zur Auswertung der Verbindungen (Vernetzung) darstellt, leuchtete mir ein.
Kennen Sie den Facebook Film ‘über’ Zuckerberg?
Seit ich diesen gesehen hatte, bekam dieser Facebookeisberg ein Zuckerberggesicht und ein Gefühl für die treibende Kraft des Menschen, der das 900.000.000 Nutzer große Netzwerk (3. größte ‘Bevölkerung’ der Erde) initiiert hat. Facebook hat eine ganz Handschrift, Die noch immer der Gründer persönlich ‘zeichnet’.
Plattformen wie Facebook, LinkedIn, XING, Twitter, GooglePlus und Co., haben mindestens immer eine Grundidee aus der ein (aktiv geplant oder im Tun entwickelt) Ziel wurde. Dazu gehört dann auch immer eine Strategie, um den angepeilten Erfolg zu erreichen. So wie ich es technologisch u.a. auch bei Björn Waide (XING AG) verstanden habe, entsteht aus diesen Komponenten eine Plattformarchitektur. Die wiederum braucht eine Statik und natürlich auch den visuellen Pinselanstrich (Interface), damit die Spitze des Eisberges sowohl Userfreundlich, als auch funktionierend gestaltet ist.
Mal angenommen LinkedIn und XING hätten auch so etwas wie eine ‘DNA’, dann …
… wäre diese DNA ja auch von einer Urspungsidee ausgegangen.
Also Gründern, die getrieben und begeistert genug waren so starke Netzwerke und Unternehmen in die Welt zu bringen. Leider kann ich nicht sagen, dass ich Reid Hofman oder Lars Hinrichs wirklich kennengelernt hätte, dafür aber Konstantin Guericke (LinkedIn Mitgründer) und auf der XING Seite von 2005 an sehr viele (100erte auch internationale) Multiplikatoren. Ein kleines Gefühl für das/die Gesicht/er, Handschrift/en und daraus entstandenen Architekturen und virtuellen Räumen, die sich mit ‘Menschen’ (UserInnen) gefüllt haben oder auch nicht gefüllt haben, ist schon entstanden.
Könnte man daraus eine Art Social Network DNA (Samen) ableiten?
Ich hab mal einen Versuch gemacht Leistungen, der für mich relevanten großen fünf Netwerke (noch ist für mich trotz großem Engagement Pinterest nicht dabei), gegenüberzustellen. Die Schwerpunktnutzen für XING, LinkedIn, Facebook, GooglePlus & TwitteruserInnen oder auch USP’s, die zum Zeitpunkt des Markteintritts in D/A/CH das jeweils größte Gewicht ausmachten. Sicher kann man über manches diskutieren, auch fehlen mir technische Detailinformationen der Nichtbusinessnetzwerke. Schauen Sie einfach selber, ob Ihnen dabei auch bestimmte Muster ins Auge fallen.
Networking bei LinkedIn und XING entstand 1:1, in Räumen (Gruppen) und Reallifetreffen
Networking bei Facebook, G+ und Twitter von Beginn (ab 2008) an überwiegend in Timelines
Sowohl LinkedIn, als auch XING’s Ursprungsstärken sind die Räume (Gruppen) und individuell suchbare Information über Personen, aber auch Inhalte, die sich im Schwerpunkt 1:1 oder über Gruppenkommunikation organisieren. Seit Facebook auf dem deutschsprachigen Markt kam, drängte nicht nur eine neue Interaktionsform (Timeline) in den Vordergrund, auch ‘althergebrachte’ Gruppen, Events mit Reallifefaktor, forderten die Business DNA’s von XING und LinkedIn heraus.
Die Kernnutzen – Die Plattformkinder auf den die heutigen Business-Netzwerke aufbauen:
- Business (XING +Privat)
- Größtes weltweites (LinkedIn) und größtes Deutschsprachiges Business-Netzwerk (XING)
- sehr viele durchsuchbare Profil- bzw. Personeninformationen
- Erweiterte Suchen
- Profilbesucher (LinkedIn) und Powersuche (XING)
- Gruppen
- Events
- Realife Networking (XING)
- Recruiting (zunächst nur LinkedIn)
Lars Hinrichs, openBC’s “Samenspender” und internationaler Netzwerker hatte seinen open Business Club im Wesentlichen so gebaut, wie er es für seine Netzwerkzwecke und seine hanseatischen Return-of-Invest Ziele brauchte. Meiner Wahrnehmung nach. Chapeaux! Insbesondere, weil er als Gründer den schnellsten Return-of-Investment aller hier aufgeführten Netzwerke mit nur einer kleinen Strategie hinbekam (Zitat: Kapitel 2.1. Die wesentlichen Unterschiede in Standortvorteile verwandeln aus “Den besten Erfolgsstrategien im Business-Networking):
Während LinkedIn darauf abzielt, eine größtmögliche Mitgliederbasis für Recruiting-Lösungen herzustellen und dafür die Strategie wählte, zum einen allen Mitgliedern sehr weitreichende technische Werkzeuge kostenlos zur Verfügung zu stellen, und zum anderen hochpreisige Bezahltpakete nur für echte Poweruser attraktiv zu machen, geht XING einen anderen Weg.
XING setzt auf „hanseatisch“ schnellstmögliche Refinanzierung über Mitgliedsbeiträge. Als Strategie stellen die Hanseaten Premium-Mitgliedern für „kleines Geld“ viele der Leistungen zur Verfügung, die man auf LinkedIn kostenlos bekommt.
Wie konnte das funktionieren? Alle verschenken etwas, nur Lars Hinrichs nicht?
Bis Börsengang der open Business Club GmbH als XING AG und auch darüber hinaus, gewann die Plattform auch organisch enorm an internationaler Größe. Der Kern des größten Teils des Wachstums waren die Funktionen, die kostenfreie Kommunikation und Interaktion ermöglichten.
- Gruppen (bis Ende 2007 je Thema nur eine Gruppe – Verknappung)
- Gruppengetriebene Reallife Events und das dazugehörige Eventwerkzeug
Bis zur Finanzkrise, die nach dem Facebookeintritt in D/A/CH nicht lange auf sich warten lies. Hier sehe ich den Wendepunkt für das, was die XING DNA (Lars Hinrichs) für das Unternehmen im Auge hatte. Das Start-Up mußte mit Börsengang ‘Erwachsen’ werden und neue Quellen erschließen, wenn eine Expansion über den Zukauf oder die organische Bildung von Netzwerken mit neuen Rahmenbedingungen zu tun bekommt. Apropos, man munkelt Herr Hinrichs sei (aus Businesssicht) gar kein Fan der, von hunderten (heute tausenden) Moderatoren selbst initiierten, Reallife Networking Events gewesen.
Kurz vor Launch der Dt. LinkedInversion verlässt der DNA Spender das operative Geschäft
Sie erinnern sich, die gesamte Architektur der Räume basiert zu diesem Zeitpunkt auf der Hinrichs DNA. Mit Stefan Gross-Selbeck stieg eine Führungsperson ins Unternehmen, das keine bzw. kaum gewachsenen Verbindungen in den hunderten Multiplikatoren des Netwerkes hatte. Interessante vier Jahre lang konnte man spüren, wie eine Netzwerk DNA um den Handelsfaktor erweitert wurde. Logisch, einfach und gut bei einer E-Bay DNA
Vor dem Hintergrund des erneuten DNA Staffelübergabe finde ich besonders spannend, dass das Zepter wieder an einen “Händler” weitergegeben wird, während LinkedIn’s Gründer (wie z. Bsp. Konstantin Guericke im XING und LinkedIn Buch) sogar noch nach Ausscheiden aus dem operativen Geschäft aktives Networking und Lobbying betreiben.
Bei XING werden wir wahrscheinlich eine noch weitere Wegwendung von dem sehen, was den Hinrichskern ausgemacht hat (dem Networking in Räumen wie Gruppen).
Nachdem ich heute die Hinrichs DNA vorgestellt habe, geht es bald weiter mit der koordinierden DNA von Stefan Gross-Selbeck, dessen Arbeit im Netzwerk weiterwirkt, bis Thomas Vollmöller wirklich übernimmt.
Tags: DNA, Facebook, Handel, Networking, XING












15. Mai 2012 | 13:07
[...] könnte es so einfach sein, wenn denn nur die alte Technologie (siehe: Haben Netzwerke eine DNA?) auch dafür gebaut wäre und nicht jede Zukunftsinvestition einem knallharten Return-of-Invest [...]
20. Mai 2012 | 16:03
[...] der Woche: Sonntag (Die Netzwerk DNA). Montag meine Statusmeldung (Serendipity) zur Bearbeitung von 177 Events löste Michaela Scharas [...]
18. Juni 2012 | 06:35
[...] Wer dem Inhalt wirklich folgen können möchte, den bitte ich den ersten Teil über die ‘Zuckerberg DNA – Facebook‘ und ‘Lars Hinrichs DNA – openBC‘ zu [...]
30. Juni 2012 | 09:31
[...] nicht an Ihnen! Ich weis, dass mich nicht immer jeder sofort versteht und die beiden DNA Beiträge 1 / 2 wären zumindest sehr hilfreich im Hinterkopf zu haben): Die alte openBC DNA ist ein in die [...]
10. August 2012 | 07:58
[...] als Unternehmens DNA tituliere. Wer es noch nicht kennt, dem seinen die beiden Artikel “Hat ein Soziales Netzwerk wie Facebook eine DNA” & “Überdüngung der XING DNA” ans Herz gelegt. Die Story des [...]
6. April 2013 | 19:15
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